Eigentlich steht es mir nicht gut andere Parteien zu kritisieren, doch wenn etwas schief läuft, sollte man den Finger doch in die Wunde legen und die betroffenen Parteien und Personen darauf aufmerksam machen.

Wie die Überschrift es bereits andeutet, geht es mir heute um die Partei “déi gréng”1 in Luxemburg die sich immerhin in ihrem Wahlprogramm von 20092 folgendes Ziel gegeben hat:

déi gréng werden einen deutlicheren Schutz der persönlichen Daten im digitalen Zeitalter gewährleisten

Es ist gut möglich, dass “déi gréng” eine konkrete Idee davon haben wie dieser Datenschutz aussehen soll, doch leider findet sich weder in ihrem Grundsatz-3 noch in ihrem Wahlprogramm etwas dazu.

Was dieses schöne, wenn auch etwas kurze Versprechen sich doch für mehr Datenschutz einzusetzen, wird leider von ihren Taten im Netz ad adsurdum geführt. Die Partei in Zusammenarbeit mit der Fraktion veröffentlicht nämlich einen regelmässigen Newsletter.4 Diese Bürgernähe ist prinzipiell zu begrüssen wären die Grünen nicht an der Umsetzung gescheitert. Anstatt den Newsletter selbst zu versenden, respektive zumindest den Auftrag an eine in Europa ansässige Firma zu vergeben, haben die Grünen sich entschieden mit MailChimp aus den U.S.A. zusammenzuarbeiten. Das große Problem ist hierbei, dass bei einer europäischen Firma die Daten noch dem europäischen Datenschutz unterlegen hätten, sie jetzt in den U.S.A. gespeichert werden wo bekanntlich der Datenschutz nicht so gross geschrieben wird.

Zynisch klingt bereits folgender Abschnitt der Privacy Policy5 von MailChimp:

We will use and disclose the information in your Distribution Lists only for one or more of the following purposes: [...] To support and improve the services we offer [...]

Die ist an sich ein Freifahrtsschein mit den Daten zu machen was sie wollen so lange sie nicht verkauft werden, aber sonst darf MailChimp fast alles mit den Daten. Da wundert es dann nicht, dass die Hoffnungen der Wähler die “déi gréng” gewählt haben um den Datenschutz zu stärken offensichtlich bereits auf deren eigener Webseite mit Füssen getreten werden.

Das ganze Problem wäre weniger dramatisch, wenn wenigstens irgendwo auf der Webseite erwähnt würde, dass der Newsletter durch eine U.S.-amerikanische Firma versendet wird und dass aus diesem Grund die Daten in die U.S.A. übermittelt werden. Doch ein Disclaimer oder auch nur ein diskreter Hinweis auf diesen Fakt fehlt gänzlich.

Ich hoffe inständig, dass die Verantwortlichen bei “déi gréng” eher auf diesen Blogpost reagieren wie sie es auf meine Twitter-Nachricht6 vom 11. Februar getan haben.

Quellen
  1. http://deigreng.lu []
  2. http://www.greng.lu/files/documentcenter/20081225-Programm2009.pdf []
  3. Grundsatzprogramn “déi gréng” []
  4. vgl. GréngN []
  5.  http://www.mailchimp.com/legal/privacy/ []
  6. http://twitter.com/#!/svnee/status/36031255162269696 []