Es kommt selten vor, dass mich eine Diskussion über einen Tag hinweg doch noch immer bewegt, doch wenn es vorkommt, muss ich mich damit auseinandersetzen, was in diesem Fall dringend notwendig ist.

Gestern kam auf Facebook eine Diskussion1 über das Boulevardblatt “Lëtzebuerg Privat”2 auf die dazu führte dass ich meine Position zur Pressefreiheit im speziellen und zur Meinungsfreiheit im Allgemeinen darlegen musste. Hierzu muss angemerkt werden, dass ich definitiv nicht mit Schlagzeilen à la

Eugène Mousel wollte auch diese beiden Frauen töten!

einverstanden bin und das oben genannte Blatt auch nicht kaufe, so akzeptiere ich es trotzdem als Teil einer Presselandschaft und als Ausdruck der Meinungs- und Pressefreiheit, dass jeder der etwas sagen oder publizieren will es auch tun darf und kann. Diskussionen über ein eventuelles Verbot von irgendeinem Medium steht für mich ausser Frage und es darf nicht sein dass solche Diskussionen überhaupt erst aufkommen, weil was geschieht wenn man sich gegen Meinungs- und Pressefreiheit stellt können wir gerade aus erster Hand in Tunesien und Ägypten erleben.

Man darf diesen generellen Appell für die Pressefreiheit jedoch auch nicht falsch verstehen und denken dass in einer Welt mit Pressefreiheit alles erlaubt sein, genau das Gegenteil ist der Fall, in einer Welt der Pressefreiheit, muss sich die Presse auch ihrer Verantwortung stellen und keine illegale oder bewusst falsche Artikel zu veröffentlichen, dies gilt ebenso für die traditionellen Medien wie auch für neuartige Medien wie Blogs respektive teilweise sogar für Twitter, Facebook & Co die zwar nicht durch Pressefreiheit sondern durch die Meinungsfreiheit abgedeckt sind.

Zusammenfassend muss also gesagt werden, dass es zu keinen Denkverboten kommen darf, jede Meinung sollte gleichberechtigt in einer ganzen Menge von Meinungen stehen dürfen und meine Meinungsfreiheit hört erst da auf wo sie geltende Gesetze respektive die Freiheit eines anderen verletzt. Dies gesagt, sehe ich keinen Grund eine weiter über einzelne Medien im Speziellen zu diskutieren sondern man sollte grundsätzlich die Rolle der Presse in der heutigen hypermedialen Welt neu definieren. Auch sollten wir uns alle bewusst werden, dass sobald eine Meinung für jemanden wichtig genug ist, sie zu veröffentlichen (und sei es auch aus niederen Motiven) so sollte dieses Recht auf Gehör nicht unnötig eingeschränkt werden, sondern es soll jedem Betroffenen genau so freigestellt sein seine Meinung auch zu veröffentlichen.

In der heutigen Welt des “Web 2.0″ ist es für jedermann der sich durch eine Meinung verletzt fühlt möglich seine eigene Position zu veröffentlichen. Des Weiteren bietet das Presserecht bereits heute das Recht auf eine Gegendarstellung, von daher verwundert es doch, dass zwar gegen verschiedene Medien “scharf” geschossen wird, es aber offensichtlich nicht zu mehr Verurteilungen zur Gegendarstellung kommt.

Meine große Bitte in diesem Bereich ist, dass wir auch in Zukunft fähig sind Meinungen zu tolerieren die nicht den unsrigen entsprechen. Wir müssen sie nicht akzeptieren oder gar übernehmen, aber die Toleranz sollte im Bereich der Pressefreiheit oberstes Gebot sein.

Quellen
  1. http://www.facebook.com/svnee/posts/183103711728101 []
  2. http://www.luxprivat.lu []