Ich bin seit längerem ein Beobachter und seit ein paar Monaten auch aktiver Nutzer von OpenStreetMap1 einem Projekt was man ohne zu zögern als eines der Leuchtturmprojekte der Open-Data-Bewegung nennen kann. Die Aktivisten hinter OSM wie das Projekt gerne abgekürzt wird haben es innerhalb von ein paar Jahren geschafft einen Großteil der Erde zu kartografieren und dabei Länder und Bereiche kartografisch erfasst die von keinem kommerziellen Anbieter abgedeckt wurden.
Leider ist es so, dass einem Projekt wie OSM viele Steine im Weg liegen, so gibt es z.B. keine offenen Daten über Verwaltungsgrenzen in Luxemburg die man benutzen könnte um Gemeinden sauber einzutragen oder auch um die Grenzen von anderen Verwaltungsbezirken zu definieren. Auch fehlt es oftmals an einer 100%-igen Abdeckung aller Strassen da ständig neue hinzukommen und auch mal welche umbenannt werden. Eine Möglichkeit dieses Material aktuell zu halten wäre, wenn die Gemeindeverwaltungen selbst die Daten direkt in OSM einpflegen würden. Mittelfristig könnte OSM aufgrund seiner offenen Struktur sogar ein Großteil des kommerziellen Kartenmaterials ersetzen und somit jedem Bürger einen günstigeren Zugang zu Kartendaten ermöglichen. Auch könnte man sich vorstellen dass die ACT2 diese offenen Daten sofort wieder einpflegt.
Ich würde mich nicht nur als Pirat sondern auch ganz allgemein als Bürger freuen, wenn die ACT alle selbst produzierten Daten unter offene und freie Lizenzen stellen würde und es somit jedem erlauben die Daten weiterzuverwenden. Es entstände dem Staat dadurch kein Schaden da diese Daten eh durch die Allgemeinheit finanziert wurden und somit auch der Allgemeinheit wieder zugänglich gemacht werden sollen! Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen wäre ein erster Schritt, dass die Kommunen beginnen würden ihre eigenen Daten, wenn auch nicht selbst in OSM einzubinden, unter offene und freie Lizenzen zu stellen so dass sie weiterverwendet werden können. Zu diesem Anlass werde ich noch einen Brief an alle Gemeinden in Luxemburg verschicken und sie darum bitten diese Daten allgemeinfrei zugänglich zu gestalten. Ein weiterer Schritt wäre es dann dass auch die ACT ihre eigenen Daten freigeben würde und somit eine flächendeckende Nutzung von freien Daten möglich wäre. Idealerweise würden dadurch ganz neue Geschäftsfelder entstehen wie zum Beispiel die Herstellung von Tourismuskarten die auf Fussgänger, Behinderte, Radfahrer o.ä. spezialisiert wären, einfach nur weil das Kartenmaterial zur Verfügung stehen würde.
Doch man sollte auch nicht vergessen, dass freie Daten nicht nur Geodaten umfassen, sondern dass auch statistische Daten von den Kommunen und dem Staat erhoben werden die man ohne weiteren Aufwand unter offene Lizenzen stellen könnte und somit einer Weiterverwertung der Daten entgegenkommen könnte. Archive wie Google Public Data Explorer3 oder auch CKAN4 dienen hier als gute Basis und die OKFN5 hat sogar eine Anleitung herausgegeben die die Vorteile von offenen Daten noch besser illustriert, das “open data manual”((http://opendatamanual.org/))
Es wäre an der Zeit dass Luxemburg hier eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen würde und damit den Standort Luxemburg als Wissensstandort festigen würde, denn nur wenn das Wissen frei ist, nutzt es der Allgemeinheit und dadurch der Gesamtwirtschaft.
Image: CC-BY-SA jczart
Quellen